Der Entschluss
Juha Uutela, der Witmann, saß an seinem Tisch und tat die letzten Striche mit dem Rasiermesser. Er legte das Messer beiseite und sah in den Spiegel. Ein stilles Leuchten breitete sich über seine Züge. »Wie man doch jünger wird, wenn der Bart unterm Kinn weggenommen ist!« sagte er in Gedanken. »Ich erkenne mich kaum wieder.« Er blieb noch sitzen und sah sich an. »Falten? – Na, das sind doch keine Altersfalten«, dachte er wieder und strich dabei mit dem Finger über die von der Nasenwurzel ausgehenden Linien, wie um sie wegzureiben. »Jetzt merkt man kaum mehr etwas davon«. Dann stand er auf – sein Mund lächelte, und die kleinen klugen Augen strahlten unter der breiten Stirn und den langen freundlichen Stirnfalten. Er wusch sich das Gesicht ab und stellte das Rasierzeug in einen kleinen Wandschrank. »Alt?« lächelte er, indem er sich das dicht dunkelbraune, im Nacken gerade abgeschnittene Haar kämmte. »Solch ein Mann wird ja gar nicht alt!« Bei diesem Gedanken kam er sich gerade und spannkräftig vor wie ein junger Bursch. Aber er begnügte sich nicht mit dem bloßen Gefühl, er wollte auch sehen. Darum ging er durch die offene Zwischentür in die Kammer und stellte den dort auf der Kommode stehenden Drehspiegel in geeigneter Weise schräg – um auch seine Schultern sehen zu können. Sein kurzer, gedrungener Körper war wirklich noch gerade. Im Nacken lief zwar eine ziemlich tiefe