Die Flucht beginnt
Der späte Gast, der am Abend des 13. August 1914 bei dem deutschen Ingenieur Walter Einlaß begehrte, war kein anderer als dessen persischer Freund, der Kaufmann Kaschar, der häufig nach der berühmten Petroleumstadt Baku von dem gleichfalls am Kaspischen Meer gelegenen Hafenort Rescht auf seinem Schoner herüberkam, da er nach Rußland hin rege Handelsbeziehungen unterhielt. Walter, ein stattlicher, blondbärtiger Mann in den besten Jahren führte den Besucher auf dessen ausdrücklichen Wunsch in sein Arbeitszimmer, wo er dann auch die Tür fest verschließen und sich überzeugen mußte, daß sie von der russischen Dienerschaft, die der verheiratete Ingenieur sich hielt, nicht belauscht werden konnten. Kaschar, der wie immer persische Tracht trug, dazu aber heute noch einen leichten Lodenumhang umgelegt hatte, begann sofort, nachdem die seit zwei Jahren befreundeten Männer sich herzlich begrüßt hatten, mit leiser Stimme: „Ich komme, um Dich zu warnen. Dir droht Gefahr. Der Polizeihauptmann Strassow hat heute mir gegenüber Andeutungen fallen lassen, daß man Dich für einen verkappten deutschen Agenten hält, der Persien zur Teilnahme an dem vor kurzem ausgebrochenen großen Kriege bewegen soll. Strassow, von mir reichlich mit Wein bewirtet und mit einem aus dreihundert Rubel bestehenden „kleinen Andenken“ beschenkt, wurde dann mitteilsamer und sagte mir im Vertrauen, daß Deine und Deiner