Die Flucht nach Ägypten
Nachdem der Schulmeister Giuseppe De Nicola vierzig Jahre an der Elementarschule unterrichtet hatte, hatte er sich pensionieren lassen und schickte sich an, eine Reise zu unternehmen. Die Vorgeschichte ist folgende: In seiner Jugend hatte er einen verwaisten Knaben adoptiert, in der Hoffnung, ihn zu seinem Nachfolger in der Schule seiner Heimat zu machen. Aber der Junge fand mehr Gefallen an einem abenteuerlichen Leben. Eines Tages war er von Hause durchgebrannt und, nachdem er sich in allen Berufen versucht hatte, vom Schiffsjungen bis zum Hafenlastträger, vom Gemsenjäger bis zum Zollbeamten, heiratete er schließlich die Witwe eines Barkeninhabers, dessen Nachlaß aus einem Häuschen mit Weingarten und Äckern bestand. Nachdem er schließlich einen Beruf gefunden hatte, der ihm behagte, schickte der junge Mann seinem Adoptivvater ein Päckchen Zigarren, ein Überbleibsel aus seiner stürmischen Vergangenheit, nannte seine Tochter nach ihm Giuseppina Nicola und lud ihn überdies, auch im Namen seiner Frau ein, zu ihnen zu kommen und bei ihnen zu wohnen. Und als der Schulmeister, der in einem weltverlorenen Winkel zwischen Bergen und Tälern wohnte, an diese neue Familie in der märchenhaften Landschaft am Meere dachte, reifte in ihm der Entschluß, sich auf die Reise zu machen, wie einer der Heiligen Drei Könige, der nach Bethlehem zog. Aber er fürchtete sich vor dem weiten Weg, vor den