Chapter

Erster Teil

Die Finsternis und ihr Eigentum Verlag von Robert Lutz Stuttgart Sechste Auflage Die Höhen mit ihren Parkanlagen erglühten noch im pomphaften Lichte eines stahlklaren Winterabends. Durch die unter der Last des Schnees sich beugenden Bäume brach die Gloriole der scheidenden Sonne. Sie spielte um bunte Minaretts, um dunkelbraune norwegische Giebel, um langgestreckte Pavillons, um seltsam zusammengewürfeltes Bauwerk, das überall zwischen den Bäumen hindurchblickte. – Das wüste Geschrei eines Arras, das Geschnatter alles erdenklichen Wasserviehes, dann und wann das dumpfe Grollen eines Löwen, ließ keinen Zweifel über den Zweck dieses Bautenkonglomerates, – der Zoologische Garten hatte sich hier, hoch über den Dünsten der Stadt, eingenistet. Nur eine breite, wohlgepflegte Chaussee trennte ihn von dem steilen Abhang, mit dem das Terrain gegen den Strom abfiel. Jenseits desselben breitete sich die Stadt, in einen schmutzig grauen Nebel zerfließend. Auch dort stritt noch das Licht um die langsam erlöschenden Kuppeln und Kreuze, während die Häusermassen schon der Dämmer umgab, dessen Melancholie die allerorten aufzuckenden Gasflammen nur erhöhten. Und doch vermißte man dieselben in dem dichtgedrängten Häuserviertel, das, zwischen dem steilen Abhang und dem Flusse eingekeilt, bereits im tiefen Schatten der Nacht ruhte. Eine einfache Holzbrücke, ohne jeden Zierat, nur für Fußgänger

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