Erstes Kapitel
Dies ist Wirklichkeit, kein Traum. Heute morgen zwischen drei und vier Uhr, zwischen Nacht und Dämmerung wurde auf einem Platz in Berlin ein Mann aufgefunden. Dieser Mann ist es, der diesen Bericht schreibt. Er darf sich nicht Ich nennen, weil er seinen Namen nicht weiß und keine klare Erinnerung an das Vergangene hat. Streng genommen, dürfte er überhaupt nicht berichten, da nichts von dem, was hier folgt, Anspruch auf unbedingte Richtigkeit erheben kann. Ist es denn unbedingt richtig, daß dieses Erwachen Wirklichkeit, kein Traum ist? Wer dürfte darauf die Hand ins Feuer legen? Wohl, ich will es. Ich kann es. Ich habe mehr als bloß meine Hand ins Feuer gelegt, in ein großes Feuer, von dem noch viele Menschengeschlechter erzählen werden. Aber nicht von mir werden sie berichten. Denn wie sollen künftige Menschen meinen Namen kennen, wenn selbst ich ihn nicht weiß? Ich weiß nicht, wer ich war, nicht, wer ich bin. Wer es ist, der diesen Bericht schreibt und der dies »Wirklichkeit, keinen Traum« nennt. Niemand spricht im Augenblick des Erwachens oder Gefundenwerdens zu ihm, auch er selbst nicht zu sich. Denn wie kann hier auf Erden jemand zu sich sprechen, der seinen Namen, seine ganze frühere Existenz bis in die letzte, zarteste Erinnerung, und sei sie noch so weit und ungefähr, vergessen hat? Und wäre er wenigstens wie ein Tier des Waldes unter offenem Himmel erwacht! Dem Tier des