Die Familientruhe der Darlingtons
1. Kapitel. Die Frau mit dem großen Federhut. Daß ein mit außerordentlichem Raffinement begangenes Verbrechen erst nach Jahrzehnten aufgeklärt wird und seine Sühne findet, ist in der Kriminalgeschichte der Kulturstaaten häufig vorgekommen. Daß aber ein Mord mit einem so geheimnisvollen Schimmer umkleidet war wie der im Schlosse Darlington verübte, dürfte bestimmt, was die einzelnen seltsamen Vorgänge und Nebenumstände betrifft, einzig dastehen. Wir, Harst und ich, besitzen in derlei Dingen doch einige Erfahrung. Noch nie zeigte sich uns ein Verbrechen anfänglich so vollständig in Dunkel gehüllt wie dieses, das ich hier nun schildern will. — Meine Freunde und Leser haben uns im vorigen Band nach den Fär-Oer-Inseln begleitet gehabt, wo eine uralte Sage vom Wikingerkönig Frithjof neues modernes Leben gewann, wo »Das geheimnisvolle Floß« sich als nichts anderes entpuppte wie Harald dies vermutet: großzügiger Raub, großzügige Spekulation in Grubenholz! Der Leser dürfte daher auch den Namen Learat noch im Gedächtnis haben, den Namen jenes stillen, melancholischen Schotten, von dem wir den großen Motorkutter gemietet hatten. Als wir nun die Fär-Oer-Inseln wieder verließen und nach Edinbourgh zurückkehrten, erzählte uns Learat die Geschichte des Darlington-Stammschlosses, uns dreien … Der dritte war der Landsmann Winfried von Rutar, Kollege von der Detektivfirma Pinkerton. Auch ihn