I. Kapitel
Das um die Ecke des Parsenplatzes sausende Rennauto stoppte so plötzlich, daß die Bremsfedern schrien. Der hintere Teil des Wagens hob sich einen Augenblick, als wolle er sich überschlagen. Dann standen die Räder. »Parbleu!« kam es von innen. Unter dem amerikanischen Verdeck schoß ein Kopf vor. »Jagt dich der Teufel, Halunke!« Der indische Fahrer hob beschwörend die Linke. »Umzug, Sahib. Die Jainas. Ganze Straße voll Menschen.« Der Weiße kniff ärgerlich die Lippen zusammen und sank in sein Polster. Der helle Tropenhut hatte sich verschoben, so daß das graumelierte Haar in die Stirne fiel. Er rückte ihn zurecht und drehte sich zu seinem Begleiter. »Wieder einer der blödsinnigen Festzüge der Burschen. Man stolpert an allen Ecken darüber. Seit dem mißglückten Erduntergang vor sechs Monaten Siehe ›Panik‹ Roman von Reinhold Eichacker. ist Bombay ein einziges Tollhaus geworden. Als das Meteor noch am Himmel stand, war das Pack besessen vor Grauen. Jetzt heult es vor Freude. Jede Stunde ist ein anderer Umzug. All das farbige Volk aus den Pettahs Stadtteil der eingeborenen Bevölkerung. wälzt sich durch die Straßen, um seinen unzähligen Göttern Dankopfer zu bringen. Schauen Sie nur diesen Aufzug! Für Sie hat der Zauber da vorne ja noch den Reiz der Neuheit.« Neben dem Auto tauchte der Riesenleib eines Elefanten auf. Der schlanke Inder saß hoch oben auf seinem Rücken, dicht hinter dem