Chapter

Die Fahrt in den Abend

Die Barke gleitet langsam durch das Hafenbecken. Der Bootsmann hat sich Stundenlohn ausbedungen, möchte nun, je nachdem, die Fahrzeit verlängern oder den eigenen Muskelaufwand verringern, und quillt über von Erläuterungen: »Hier die großen Getreidesilos, vor dem Kriege gebaut, von einer deutschen Firma, Herr. Deutschland ist ein sehr entwickeltes Land, bei Gott! Die Schiffe legen hier an den Kais an und werden durch Druckleitungen geladen und entladen, in wenigen Stunden, wo früher Tage nötig waren – es scheint wunderbar! Der Bau hat achthunderttausend Lire gekostet, Goldlire, Herr, das wären heute vier Millionen. – Die Lira gilt nur noch zwanzig Centesimi. Und dafür der lange Krieg! Ich verstehe nicht, wie es geschehen konnte …« Ich verstehe es auch nicht und schweige. Wir nähern uns dem Ankerplatz der großen Überseer, und ich spähe eifrig nach vertrauten Wimpeln. – Nichts. – Kein deutsches Schiff. – Der Bootsmann begeistert sich: »Hier der große italienische Dampfer für den Dienst nach Südamerika – gegen ein kleines Trinkgeld könnte man das Schiff besichtigen? Eine Pracht! Un palazzo galleggiante …« Ich rucke mit dem Kopf, schnalze leicht mit der Zunge und wackle dazu mit ausgestrecktem Zeigefinger, was in der landläufigen Gebärdensprache ein gleichmütiges Nein bedeutet. Der Bootsmann beklagt mit einem sprechenden Blick meine hölzerne Teilnahmslosigkeit und legt sich seufzend

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