Chapter

Einleitung des Übersetzers

Eine Lebensgeschichte Poggios schreiben heißt eine der schicksalvollsten und wichtigsten Epochen der Geschichte Italiens, eine komplizierte Zeit der vollsten Gärung aufrollen, so sehr steht der Mann im Zentrum der Ereignisse auf politischem wie literarischem Gebiete und so sehr weist er, nach dem man sogar zuweilen die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts das Zeitalter Poggios genannt hat, die typischen Züge seiner Zeit auf. VI Für eine solche Aufgabe ist jedoch im Rahmen einer Einleitung zu einem Buche bescheidenen Umfangs kein Platz. Ich muß mich daher mit kurzen Daten begnügen und kann nur hier und da ein volleres Licht auf die Lebensumstände des hervorragenden Florentiners und die Verhältnisse seiner Zeit zu werfen versuchen, darf aber hoffen, daß der Leser der Facezien in ihnen selbst Material zum Ausbau und zur Belebung dieser Skizze finde. Poggio Bracciolini (di ser Guccio di Poggio di Guccio) wurde 1380 in Terranuova auf Florentiner Gebiet unweit Arezzo, nach anderen in Lanciolina, einem Gebirgsnest oberhalb von Loro im oberen Arnotal, als Sohn eines Notars geboren. Schon früh genoß er in Florenz den Unterricht des Giovanni (Malpaghino) da Ravenna, eines langjährigen Freundes Petrarcas, in der lateinischen und des Immanuel Chrysoloras, des Abgesandten von Manuel Palaeologus, Kaisers von Konstantinopel, in der griechischen Sprache. Nicht viel mehr als zwanzig Jahre alt,

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