Die Experimente mit dem sogenannten thierischen Magnetismus
Die Experimente mit dem sogenannten thierischen Magnetismus. Von Professor Dr. Richard Rühlmann. Schon im Alterthum war es bekannt, daß man durch Auflegen der Hand, Bestreichen mit den Fingerspitzen gelegentlich die Schmerzen eines Leidenden lindern könne. Zu einem eigentlichen Zweige der Heilkunst suchte Mesmer (geboren 1733, gestorben 1815) dieses Verfahren auszubilden. Er errang zum Theil großartige Erfolge und gebrauchte für diese Art der Einwirkungen zuerst den Namen „thierischer Magnetismus“. Die französische Regierung setzte im Jahre 1784 eine wissenschaftliche Commission zur Prüfung dieser neuen Kraft und ihrer Wirkung ein, an deren Arbeiten sich sogar Franklin und Lavoisier betheiligten. Das Resultat der Untersuchung dieser Naturforscher und Aerzte war aber für Mesmer und seinen thierischen Magnetismus so ungünstig, daß jener bald darauf Paris verließ. Außer den eigentlichen medicinischen Wirkungen waren indeß von Mesmer und seinen zahlreichen Schülern bei von Magnetiseuren behandelten Personen noch eine Menge anderer Erscheinungen beobachtet worden, die durch ihre Fremdartigkeit und den Reiz des Mystischen, der ihnen anhaftete, die allgemeine Aufmerksamkeit erregten. Es wurden geeignete Leute, besonders zu hysterischen Zufällen geneigte Mädchen und Frauen, mit ausgespreizten Händen derart gestrichen, daß die Streichbewegungen vom Kopfe anfingen und am Körper