Erster Band
Tiefsinnig und traurig kehrte der alte, ehrliche Fidato, seit vielen Jahren schon im Schlosse von Manfredonia als Majordomo geehrt und geliebt, nach seiner gewöhnlichen Abendrunde, durch eine der Alleen des weiten Parks in den Hofraum zurück. Nicht allein des Alters stete Hinfälligkeit, mehr noch nagender innerer Schmerz ermattete seiner Seele und seines Körpers Kräfte, jedes Haus, jedes Gebüsch, das sich seinem Auge darbot schob lebhaft das theure Bild eines angebeteten Gebieters vor seine Blicke, und erinnerte ihn an die glückliche Vergangenheit; denn noch immer beweinte er den Verlust des edlen, tugendhaften Lorenzo's, Herzog von Manfredonia, den seit einigen Wochen der unerbittliche Tod seinen Freunden und der Welt, auf einer Reise nach den Inseln des Archipels entrissen hatte, wo er die Ruhe, um welche ihn häusliche Widerwärtigkeiten betrogen, wiederzufinden glaubte. Manfredonia! rief der treue Diener mit Thränen aus. Erlauchter, verehrter Name, Du bist also auf immer erloschen, nur in den zufälligen Erinnerungen der Menschen lebt Dein Andenken, und Niemand bleibt von dem edlen Geschlechte übrig, der sich glücklich preisen könnte, Dein Sprößling zu sein! Warum erheben sich diese prächtigen Thürme noch so stolz in die Lüfte, warum sind auch sie nicht mit dem Namen zusammen gestürzt, der ihnen diesen Stolz verlieh? Lorenzo, mein geliebter, unvergeßlicher Gebieter, sein Kind,