Erstes Buch: Die Jahre 1831 und 1832
Die Jahre 1831 und 1832 bezeichnen, als Vorläufer der Julirevolution, eine eigenartige und merkwürdige Epoche der Weltgeschichte. Sie ragen aus der Zeit, die ihnen vorangeht und die ihnen folgt, wie zwei hohe Berge hervor. Ein großartig revolutionärer Hauch durchweht diese Periode, in der die Gesellschaft, die Grundbedingungen der Civilisation, die individuellen Interessen, die uralte Gliederung des französischen Staatsgebäudes leidenschaftlichen Theoretikern und Schwarmgeistern als Spielball dienten. Sie wurden nach entgegengesetzten Zielen die von den Historikern die »Reaktion« und der »Fortschritt« genannt worden sind, geschleudert und gelangten nur ab und zu in der Mitte, wo die Wahrheit weilt, zur Ruhe. Diese denkwürdige Periode hat ziemlich scharf markirte Grenzen und liegt uns fern genug, so daß wir sie schon jetzt in ihren Hauptzügen darstellen können. Diesen Versuch wollen wir nun unternehmen. Die Restauration war eine jener schwer definirbaren Interimszeiten, die einen Ruhepunkt in der Geschichte einer großen Nation bedeuten. Dergleichen Zeiten sind absonderliche und täuschen die Politiker, die sie für ihre Zwecke auszunutzen versuchen. Im Anfang verlangt die Nation nur Ruhe, dürstet nur nach Frieden; der Einzelne kennt keinen andern Ehrgeiz, als sich recht klein zu machen. Der großen Ereignisse, der großen Gefahren und der großen Männer ist man satt und überdrüssig.