klettere ich die Leiter hinab.
Mein U-Boot ist eines des modernsten der IPA, ein Klasse-214-Exportmodell der Howaldtswerke-Deutsche Werft von 2033, aber auch dieses moderne Unterwassergefährt ist eng und nicht auf Bequemlichkeit gebaut. Selbst 65 Meter Länge und gut sechs Meter Breite erlauben nur schmale Durchgänge und elendig unbequeme Auf- und Abstiege. Immerhin gibt es genug Platz in der Kombüse und den Schlafräumen; die vorgesehene Besatzung von 27 Leuten ersetze ich ganz alleine, und dank (natürlich illegaler) Einbauten durch IPA und modernster KI kann ich mein Schiff auch alleine steuern. Jetzt aber verfluche ich die Enge; es dauert gefühlt Stunden, bis ich alles Notwendige in meine Schlafkoje geschafft habe.
Ich desinfiziere großzügig den oberen hinteren Bereich meiner Schulter, injiziere mit einer Impfpistole ein Lokalanästhetikum, schlucke ein Betäubungsmittel, das mich für die ersten Stunden nach dem Eingriff leicht sedieren soll, lege mich auf die Pritsche und setze die Zange an den Draht an.
»Mama! Halt mich! Ich falle …«
Ein Alptraum. Immer wieder dieser Schrei.
Das Betäubungsmittel hat mich, wie beabsichtigt, nicht ganz in die Bewusstlosigkeit getrieben; ich schwebe in einer Art Halbschlaf dahin, sehe, höre, fühle … Szenen aus der Vergangenheit.
Mein erster Einsatz als Eisbergpiratin. Ich hatte noch kein eigenes U-Boot, lebte mit meiner kleinen Marta im großen Gemeinschaftsboot, das nach dem Schiff eines frühen Untergrundkämpfers benannt ist, der »Nautilus«.
Marta – auch wenn sie Frucht einer Vergewaltigung im Gefängnis war, war sie mein Ein und Alles, mein Augapfel, die Liebe meines Lebens …
Es war eine Standardoperation: ein Eisberg, ein Kilometer lang, etwa ein halber breit und mit einer Dicke von rund 200 Metern.
Die staatlichen
