Erzählt von Ernst Wafer
Morgen halte ich um ihre Hand an!« – das war bei mir beschlossene Sache, deshalb ging ich heute abend nicht wie gewöhnlich sofort nach Hause, sondern lenkte meine Schritte dem Cranstone Park zu. Ich hegte die Hoffnung, Sylvia Veerland würde meinen Antrag annehmen, und die entzückende kleine »Efeuvilla«, die mir schon lange in die Augen gestochen hatte, würde hoffentlich noch nicht inzwischen vermietet worden sein. Aber ich will in der richtigen Reihenfolge erzählen. Also – es war an einem Mittwoch, am 20. März 1901, sieben Uhr abends und bereits fast völlig dunkel. Ich konnte gerade noch in der Dämmerung sehen, daß die Mietstafel wie bisher an dem Zaune hing, deshalb vermochte ich einer plötzlichen Eingebung nicht zu widerstehen, sondern beschloß, mir die Villa sofort näher anzusehen, obgleich es eigentlich dazu schon zu spät und zu dunkel war. Die Haustür stand offen, ich trat also ein, hatte aber kaum den Hausflur betreten, als ich ein dumpfes Klopfen hörte. »Wer ist da?« rief ich aus. »Ich bin in dem Hinterzimmer eingeschlossen,« ließ sich nun eine männliche Stimme vernehmen, wollen Sie vielleicht so gut sein, mich herauszulassen?« Ich näherte mich der Tür des Hinterzimmers, tastete mit der Hand längs derselben und bemerkte dabei, daß der Drücker an dieser fehlte. »An dieser Seite fehlt der Türdrücker,« rief ich deshalb. »Das ist ja höchst unangenehm,« erklang die Stimme von