Chapter

Die Düvecke

Am Ufer und auf der Reede von Bergen in Norwegen wurde die seltsamste Doppelscene gespielt. Eine davon war diese: Auf dem Schiffe, das vor dem Hafen lavirte und bei heftigem Morgenwinde ihm nur sehr allmählig näher zu kommen vermochte, stand der Herzog Christian, Kronprinz von Dänemark, mit seinem Kanzler, Erik Walkendorp, Probst von Rothschild, in vertrautem Gespräch, die Augen nach der Stadt gerichtet. »Es ist eine Narrheit!« sprach der Herzog. »Hierherzugehen? Hoheit! Finden Sie auf einmal Bedenken? Es wird Sie nicht gereuen! So ein Schatz ist unschätzbar!« »Nein! Hochwürdiger,« entgegnete der Herzog; »ich meine, es ist eine Narrheit, daß wir unter dem Joche des Regierens nicht frei umherschauen, unter dem Wuste von Schein und Scheinen nicht das Wesen ergreifen, die Masse von Vergnügen, die uns so leicht und so gern auf goldenen Tellern überall von den sklavischen Seelen dargeboten wird! Es ist eine Narrheit, daß wir uns das Leben nicht gerade zu der Zeit süß machen, wenn man es uns sauer macht, nicht gerade das Vergnügen suchen, wenn uns die Unannehmlichkeiten bedrängen! Wir müssen ein Gegengewicht haben, um uns im Gleichgewicht zu halten! Also nur vorwärts, nur Land! Nur das schöne Mädchen! Laß Andere alljährlich nach Italien, nach Rom und Neapel, Palermo und Ischia, Nizza und den hierischen Inseln gehen – zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit – auch hier an dem

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