Am Hamburger Hafen
Auf und an dem Hamburger Hafen herrschte das Treiben des Alltags. Ein Durcheinander von Lastwagen, Packträgern, schottischen Karren, Matrosen und Beamten auf dem Quai, ein Durcheinander von Schleppdampfern, Booten, Schuten, Ewern, Motorfahrzeugen auf dem Wasser, Lärm, Geschrei, das dumpfe Heulen der Nebelhörner, die Pfeifen der kleineren Fahrzeuge, das fortwährende Rasseln der in steter Bewegung befindlichen Krahnketten und das unaufhörliche Rauschen der steigenden Flut, bildete das ohrenbetäubende Konzert zu dem bewegten Bilde, über welchem ein Parfüm von Kohlendunst, Rauch, Thrangeruch und Fischgestank lag. Von der St.-Pauli-Landungsbrücke nach dem Sandthorquai hinab ging langsamen Schrittes ein junger Mann. Die Hände in den Taschen seines Jacketts vergraben, den Kopf gesenkt, schlenderte er langsam neben dem Eisengeländer der Hafeneinfassung entlang, zuweilen seinen Blick nach den auf dem Wasser kreuzenden Dampffähren richtend, zuweilen eins der am Hafen verankerten Seglerschiffe musternd. Sein Wuchs war hoch und schlank, sein Gesicht, das einen energischen Ausdruck zeigte, nicht unschön, aber ein wenig verwildert, Haar und Bart waren ungepflegt, wie denn die ganze Erscheinung ein wenig den Stempel des Heruntergekommenen trug. Die Stiefel waren schlecht geputzt, und der einst elegante Anzug abgetragen und fadenscheinig. Am Kehrwieder blieb er stehen und blickte träumend ins