Die Diamanten des Bettlers
1. Kapitel. Ahmed Bissu, der Inder. Nie ist ein Weib so heiß begehrt worden wie Eva Larda, die aschblonde schlanke Schönheit … Nie haben sich eines Weibes wegen gleichzeitig Hunderte von intelligenten Männern derart bemüht: die ganze Berliner Kriminalpolizei! Nie war ein Fangobjekt so schlau und so vielgestaltig wie Eva Larda, ließ sich von niemand umstricken — — selbst von Harald Harst nicht! Zwei Morde auf dem Gewissen, dazu Diebstähle, Betrügereien, zuletzt den Juwelendiebstahl bei Generaldirektor Benatzki: kein Wunder, daß alle Welt nach ihr suchte! Auch wir — auch wir, ganz umsonst … Herr Benatzki hatte uns tausend Mark Honorar vorausbezahlt. Und am 1. September brachte Harald ihm die tausend Mark zurück. Ich war dabei. Er sagte: »Acht Tage sind wir hinter Eva Larda ohne jeden Erfolg her. Jetzt gebe ich die Sache auf. Ich weiß nicht einmal, ob sie noch in Berlin steckt. Nichts weiß ich. Und Honorar für negative Bemühungen nehme ich nie an.« Benatzki wagte es nicht, hiergegen etwas einzuwenden. Mit einem Händedruck verabschiedeten wir uns. — Harald war damals durchaus nicht auf der Höhe. Die Grippe hatte wieder ihren Einzug in Berlin gehalten, und auch wir beide fühlten uns nicht ganz auf dem Posten. Als wir nun die Potsdamer Straße hinabgingen, sagte Harald plötzlich: »Ich habe Fieber. Ich werde mich daheim zu Bett legen …« Er sah tatsächlich unnatürlich rot aus. Ich