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Vorwort

Gesammelt von Karl Simrock (Nach der Ausgabe von 1846) Vorwort Dem Volk zu geben, was des Volkes ist, durfte man ihm seine Sprichwörter am wenigsten vorenthalten, diesen seit tausend Jahren gehäuften Schatz, zu welchem es selbst seinen gesunden Verstand, seine Sinnes- und Anschauungsweise, seine Rechtsgewohnheiten und Lebenserfahrungen, ja einen Teil seiner Lebensschicksale in goldenen Sprüchen ausgeprägt hat. Nur allzusehr schwindet aus der heutigen Bücher- und Rednersprache die selbwachsene, körnige Kraft des sprichwörtlichen Ausdrucks; eine abstrakte, verschliffene, blasse Redeweise hat jene sinnliche, bildreiche, markige Sprache unserer Altvordern verdrängt, die nationale Färbung geht immer mehr verloren, alles sieht fahl und verwaschen aus, im besten Fall wie aus dem Französischen übersetzt. Darüber klage ich nicht zuerst; aber lassen wir es nicht bei der Klage bewenden: geben wir dem Volke, was des Volkes ist und was ihm seine Schriftsteller vorenthalten. Der Tag wird kommen, wo es selber reden wird, und dann wird es ja hoffentlich deutsch reden. In mehren der gangbaren Volksbücher, als Bürgerlust, Finkenritter, sinnreicher Hirnschleifer, Herzog Ernst (Anhang), fanden sich schon Sprichwörter und Sprüche zusammengestellt; in keinem aber war man auch nur darauf ausgegangen, den ganzen, freilich unermeßlichen Schatz auf einen Haufen zu bringen, wie das andere nicht zunächst

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