Chapter

Vorwort: Maurus Jokai

Auf der unermeßlichen, von den heißen Sonnenstrahlen versengten Pußta bietet sich dem Auge des Wanderers nirgends ein Ruhepunkt dar. So weit das Auge reicht, kein Haus, kein Baum, kein Strauch, nichts als Weidetriften, bedeckt von eigentümlichem, bräunlichgrünem Grase. Nirgends Bewegung, kein Ton wird laut, weit und breit tiefe, geheimnisvolle, überwältigende Stille. Müde, suchend irrt das Auge umher – plötzlich leuchtet es freudig auf. In unmittelbarer Anschaulichkeit erblickt es eine Stadt voll prunkender Paläste, hochragender Türme und schlanker Minarets inmitten üppiger, märchenhaft schöner Gärten; zwischen den Palastreihen wälzt ein silberglänzender Fluß seine erfrischenden Wellen und über demselben lustwandeln auf hochgewölbten, luftigen Brücken schöne, festlich geputzte Menschen. Der erschöpfte Wanderer beschleunigt seine Schritte und eilt in fliegender Hast dem erquickenden Bilde zu; allein je mehr er eilt, desto mehr scheint es sich zu entfernen, bis es endlich am Horizonte ganz zerrinnt. Es war die déli-báb, die neckische Fee der Pußta, die Fata Morgana, die ihr Spiel mit ihm getrieben. Eine solche déli-báb ist die Jókaische Muse. Aus dem nervenzerrüttenden Leben führt sie uns hinaus in das wundersame Land der Phantasie, wo uns die berauschenden Düfte seltener Blumen umwehen, der Anblick nie geahnter Pracht und Herrlichkeit erquickt und der erfrischende Hauch eines

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