Vierzehnter Abschnitt.
Bei Dante findet sich eine schöne und eigenthümliche Stelle (der vielleicht nicht die ihr gebührende Aufmerksamkeit zu Theil geworden ist), in welcher der ernste Florentiner Fortuna gegen die gewöhnlich wider sie erhobenen Beschuldigungen vertheidigt. Nach ihm ist sie eine Engelsmacht, vom höchsten Wesen dazu bestimmt, den Lauf des menschlichen Glanzes zu lenken und zu ordnen; sie gehorcht dem göttlichen Willen, ist gesegnet, hört nicht diejenigen, welche sie lästern, setzt ruhig und erhaben unter den übrigen Engelsmächten ihren Sphärengang fort und freut sich ihrer Seligkeit Dante bringt hier augenscheinlich Fortuna mit den planetarischen Einflüssen der Astrologie in Verbindung. Es ist zu bezweifeln, ob Schiller Dante jemals gelesen hat, aber in einem seiner gedankenreichsten Gedichte übernimmt er dieselbe Vertheidigung Fortuna's, indem er das Glückliche zu einem Theil des Schönen macht. [ Anm.d.Verf.]. Diese Vorstellung ist sehr verschieden von der gewöhnlichen Ansicht, welche Aristophanes in seinem treuen Instinkte für volksthümliche Dinge dem finstern Plutus in den Mund legt In der Komödie »Der Reichtum«.. Dieser Gott erklärt seine Blindheit mit den Worten – »als er noch ein Knabe gewesen, habe er unvorsichtiger Weise gelobt, nur die Guten heimzusuchen.« Jupiter aber war so neidisch auf die Guten, daß er den armen Geldgott blendete. Chremylus frägt ihn nun, »ob er, wenn er