Vorrede
Jede Familie bildet eine Geschichte für sich, ja ein Gedicht für Diejenigen, welche es verstehen, dessen Blätter zu entziffern. Lamartine. Dii probos mores docili juventae, Dii senectuti placidae quietem, Romulae genti date remque, prolemque Et decus omne. Götter, gewährt der gebildeten Jugend anständige Sitten, Götter, gewährt dem friedlichen Greisenalter Ruhe und dem römischen Volk Wohlstand, Nachkommenschaft und allen Glanz. Horat. Carmen saeculare. Wenn dieses Werk so glücklich sein sollte, das Interesse des Romane lesenden Publikums zu gewinnen, so wird es vielleicht dieses Interesse nicht den gewöhnlichen Elementen der Dichtung verdanken. – Der Knoten ist außerordentlich leicht geschürzt; der Zwischenhandlungen sind es wenige, und mit Ausnahme derjenigen, welche sich auf das Schicksal Vivian's beziehen, sind sie von der Art, wie man sie häufig im gewöhnlichen Leben findet. Als Roman betrachtet, unterscheidet sich dieser Versuch in mehrfacher Weise von den früheren Werken des Verfassers; – zum ersten Male dient hier der Humor weniger der Satyre, als der Schilderung liebenswürdiger Charaktere – zum ersten Mal auch ist der Mensch nicht sowohl in seinen thätigen Beziehungen zu der Welt, als vielmehr in seiner Ruhe am eigenen Herde in's Auge gefaßt. Mit Einem Wort, der größere Theil der Leinwand ist der Darstellung eines einfachen Familiengemäldes gewidmet. Und so treten denn