Die Buschklepper der Thar-Wüste
1. Kapitel. Der Eckturm. Der Leser mag eine Wandkarte Vorderindiens zur Hand nehmen. Im nordwestlichen Teile des Riesenreiches Indien wird er auf der Karte einen großen, unbesiedelten, also fast gänzlich leeren Fleck finden: die Thar-Wüste! Nur eine einzige Eisenbahnlinie durchschneidet diese Sand und Felseinöde von Nord nach Süd. Die Hauptstation dieser Strecke ist die Stadt Bikaner. Zwei Kameltagesritte von Bikaner nach Südwesten hin liegt ein winziges Städtchen, Tallamara mit Namen, bekannt durch seine Kamelzüchterei und durch die nördlich der Stadt in einem Tale auf mächtigem Granitwürfel sich erhebende uralte, aber von dem Kamelzüchter Hektor Olgerdyn modern umgebaute Radschputenburg Tallamara (Talla Mara, Adlerhorst). Den einzigen Zugang zu dieser Burg, deren Umfassungsmauer an den Eden vier schlanke Türme hat, die wieder von den drei dicken Burgtürmen überragt werden, bildet eine eiserne Hängebrücke, die von der westlichen hohen Talwand in einer Höhe von dreißig Meter zum Burgtor hinüberführt. — Das imposante Bauwerk mit seinen blinkenden Fensterreihen, seinen kupfernen Dächern, zierlichen Erkern und phantastischen Steinfiguren war soeben der Schauplatz des Vorspiels eines ernsten Dramas gewesen: Hektor Olgerdyn, der Kamelzüchter von Tallamara, war von meinem Freunde, dem Liebhaberdetektiv Harald Harst, als gemeiner Karawanenräuber entlarvt worden und hatte zusammen mit