1. Kapitel. Hinterlistige Pläne.
An einem warmen Oktobertag ritt ein einzelner Weißer auf einem starkknochigen Schimmel durch eine Furt des Kolorado und dann weiter nach Süden zu, indem er des öfteren einen Kompaß und eine Landkarte zu Rate zog. Dieser Reiter bildete hier im Westen eine recht auffallende Erscheinung. Er trug einen grüngrauen, derben Sportanzug, hohe Stiefel mit weichen, gelben Schäften, einen breitbandigen Strohhut, ferner einen weißen Kragen von jener Form, die man mit ‚Vatermörder‛ bezeichnet, und darum geschlungen eine zierlich gebundene schwarzseidene Schleife. Seine Doppelbüchse, seine beiden Pistolen, das Jagdmesser und die Satteltaschen sahen so neu und ungebraucht aus, als wären sie erst vor kurzem irgendwo in einer der östlichen Städte gekauft worden. Der blonde Schnurrbart dieses merkwürdigen Westmannes war recht gepflegt, wenn er auch nur dünn war und die Neigung hatte, an den Mundwinkeln herabzuhängen. In dem von der Sonne rot gebrannten Gesicht sorgten außerdem noch eine kleine Stupsnase und ein paar lustige Schweinsäuglein sowie eine große Warze auf der linken Wange dafür, der ganzen Erscheinung einen etwas komischen Anstrich zu geben. Die Sonne stieg immer höher. Es mochte jetzt gegen elf Uhr vormittags sein. Da trug der von Südwest herüberwehende Wind dem Reiter das Geknatter von Schüssen zu. „Hm,“ murmelte er, „man hat mich in den Ansiedlungen vor den Komanchen gewarnt, die