Eine Unerwartete Einladung
Am nächsten Morgen kam ein königlicher Bote auf Ritterin Lumis Burg an.
Er las eine lange, förmliche Schriftrolle vor. Die Zusammenfassung war: Würde Ritterin Lumi bitte gestatten, dass das königliche Gänse-Umsiedlungsprogramm die Gänse dazu bringt, auf ihrem Turm zu nisten? Im Gegenzug würde der König eine kleine jährliche Gebühr zahlen.
Ritterin Lumi hörte zu. Sie dachte nach.
„Werden die Gänse den Turm beschädigen?"
„Nicht mehr, als sie unseren schon beschädigt haben."
„Wird mein Turm wegen der Gänse stärker lehnen?"
„Die königlichen Architekten sagen nein. Die Neigung ist baulich. Die Gänse sind dekorativ."
„Darf ich sie benennen?"
„Du darfst sie benennen, wie du willst, Ritterin Lumi."
Ritterin Lumi nahm an.
Sie sagte es den anderen Rittern nicht, die gelacht hätten. Stattdessen wartete sie ab.
In jenem Winter fingen Gänse an, an ihrem Turm einzutreffen. Sie kamen zu zweit und zu dritt. Sie bauten Nester auf dem geneigten Dach. Die Neigung war, wie vorhergesagt, genau das, was sie mochten: Regen lief ab, der Wind sammelte sich angenehm, der Winkel war freundlich zu ihren Füßen.
Im Frühling waren es sechsundvierzig Gänse. Ritterin Lumi gab ihnen Namen: Gans 1, Gans 2, Gans 3, immer weiter. (Bei Gans 6 hatte sie keine Phantasie mehr und zählte einfach weiter.)
Die Gänse hielten die kleinen Mäuse fern. Die Gänse hielten die Schlangen von den Mauern. Die Gänse