Chapter

Ein Turm Der Lehnt

Alle Burgen im Königreich hatten gerade Türme. Ritterin Lumis Burg hatte einen Turm, der nach links lehnte. Ritterin Lumi hatte die Burg von ihrem Großvater geerbt. Der Turm hatte schon damals gelehnt. Er würde wahrscheinlich für immer weiter lehnen, langsam. Die anderen Ritter des Königreichs lachten darüber. „Lumis schiefer Turm", pflegten sie auf dem Erntefest zu sagen. „Wann fällt er um?" „Er fällt nicht um", antwortete Ritterin Lumi höflich. „Er lehnt nur." Sie liebte den Turm nicht. Aber er war ihrer, und sie war ihm treu, so wie man einem leicht eigenartigen Hund treu ist. Eines Herbstes kam ein Problem ins Königreich. Wandernde Gänse hatten begonnen, auf dem höchsten Turm des Königreichs zu nisten — auf dem geraden Turm des Königs in der Hauptstadt. Die Gänse waren liebenswerte Vögel, aber ihr Kot ruinierte das Dach des Königsturms, und der Turm war jetzt zu stinkig für die königlichen Tauben, die schmollten. Die königlichen Berater dachten darüber nach. „Wir müssen die Gänse ermutigen, anderswo zu nisten", sagte der Oberberater. „Irgendwo, das ihnen besser gefällt." „Was mögen Gänse?" „Gänse mögen eine flache Oberfläche, leicht geneigt, damit der Regen abläuft. Sie mögen etwas, das ein bisschen Wind sammelt. Sie mögen ein Dach, das ihre Füße nicht stört." Alle schauten langsam nach Westen, in Richtung von Ritterin Lumis schiefem Turm.

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