Chapter

Wapima, der Siouxknabe

Im Herbst, wenn das Gras auf den noerdlichen Praerien Dakotas und Nebraskas, der beiden nordwestlichen Savannenstaaten der Union, zu welken begann, setzte die grosse Bueffelwanderung ein. Ungeheure Herden von Bueffeln zogen dann regelmaessig nach dem waermeren Sueden, um der Kaelte und den Schneestuermen ihrer Sommerheimat zu entgehen. Diese Bueffelwanderung war auch die Zeit der Fleischversorgung fuer die westlichen Indianerstaemme, besonders die Sioux, Pawnees, Komanchen und Apachen, die vier bedeutendsten Reiternationen der Rothaeute. An einem heissen Frueherbsttag hatte eine solche Bueffelherde, etwa dreihundert Tiere zaehlend, am Nordufer eines linken Nebenfluesschen des Kanadian nordwestlich der Wichita-Berge halt gemacht. Die Leittiere, alte erfahrene Burschen, standen wie immer an der dem Wind zugekehrten Seite der teils weidenden, teils ruhenden Herde und bewachten die anderen Bueffel, die sich im Gefuehl voelliger Sicherheit ueber das ganze langgestreckte gruene Tal zerstreut hatten, an dessen Raendern einzelne Gebuesschgruppen und Baeume wuchsen. Der Wind kam von Osten. Die Leittiere hielten sich also an der oestlichen Talseite auf, schritten mit tief gesenkten Koepfen hin und her, rupften zuweilen ein paar Grasbuesschel ab und hoben mitunter auch die dicken Schaedel mit den tuerkischen, kleinen Augen, zogen witternd die Luft ein und stiessen sie schnaubend wieder

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