Chapter

Die Büchse der Pandora: Wem galt das Gift

1. Kapitel. Wem galt das Gift? Black Town, das Eingeborenenviertel Bombays. Enge Gassen, wunderliche Holz- und Steinhäuser, zahllose Kinder aller farbigen Menschenrassen; dazwischen Hunde, zahme Affen, Ziegen, Schafe, hin und wieder ein hochbepacktes Lastkamel. An jeder Straßenecke hockt ein Bettler, ein Schlangenbeschwörer oder ein schmutzstarrender Yogi. In den Basargassen sitzen die Handwerker vor ihren Häusern hinter den Tischen, die ihre fertigen Waren tragen. Bombay ist die nördliche Pforte Indiens, wie Kolombo auf Ceylon die südliche genannt wird. Der Fremdenstrom, der sich aus Amerika und Europa nach Ostasien ergießt, findet hier den ersten seltsamen Wall als Hindernis: die Vermischung moderner Kultur mit der tausendjährigen des Märchenlandes Indien. – In einer der Basarstraßen standen zwei Europäer vor dem mit einer kostbaren seidenen Decke belegten Warentische eines graubärtigen Inders. Die beiden trugen unscheinbare Touristenanzüge und breitrandige Strohhüte. Der größere, schlank und etwas über Mittelmaß, hatte eines jener Gesichter, deren scharf ausgeprägte Züge etwas vom Schauspieler, etwas vom Sportsmann und auch wieder jenes unbestimmte Merkmal eines regen Verstandes an sich haben, das man am treffendsten mit »durchgeistigt« bezeichnet. Sein um fast einen Kopf kleinerer Begleiter war ebenfalls bartlos und genau so sonnengebräunt. Sein volles Gesicht, ein

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