Chapter

Der Traum vom Fliegen

Durch all die Jahrtausende und Jahrzehntausende, die in ihrer Gesamtheit die Geschichte der Menschheit umschließen, war der Mensch – der homo sapiens – an die Oberfläche der Erde, sei sie Land oder auch Meer, gebannt. Der Erde war er verhaftet mit seinem Tun und mit seinem Leiden, mit seinem Glück und mit seinem Jammer, mit seiner Trauer und seiner Seligkeit. Ueber die Erde zog der Bauer seinen Pflug, der doch nur die äußerste, dünne Haut dieser Erde zu ritzen vermochte. Ueber die Erde zogen die nomadisierenden Hirten, über die Erde dröhnte der Marschschritt kriegerischer Kohorten, auf der Erde standen die Hütten und die Häuser und die Dörfer, die wuchtenden Mauern der Burgen, der Kirchen und der wachsenden Städte. Aus der Erde zog der Mensch seine Nahrung, auf ihr wogte golden das schimmernde Kornfeld, sie trug die Spuren des flüchtigen Wildes, das der Mensch verfolgte und erlegte. Der Mensch war also ein zweidimensionales Lebewesen, von jenen wenigen abgesehen, die aus dunklen Schächten die Schätze ans Tageslicht förderten, welche die Tiefe barg: Gold und Silber und Erze, kostbare Metalle aller Art, daraus man Werkzeuge schmiedete und Schmuck und Waffen. Das aber, was ihm das Nächste war oder doch zu sein schien, der Raum über ihm, der ihn mit der Unendlichkeit des Alls verknüpfte und gleichzeitig von ihr trennte, war ihm auch das Fernste, das Unerreichbarste. Und nie

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