Chapter

Die Börse

Für hingebungsbereite Seelen ist die Stunde, da es noch nicht Nacht und nicht mehr Tag ist, besonders reizvoll; die Beleuchtung der Dämmerung umgibt dann alle Gegenstände mit ihren weichen Tönen und eigenartigen Reflexen und begünstigt einen Traumzustand, der sich unmerklich mit dem Spiel von Licht und Schatten verknüpft. Die um diese Zeit fast immer herrschende Stille macht diese Stunde den Künstlern besonders lieb, die sich jetzt von der Arbeit erholen, einige Schritte von ihrem Werk, an dem sie nicht mehr arbeiten können, zurücktreten und es prüfen, während sie sich zugleich für das Sujet begeistern, dessen tieferer Sinn sich alsdann dem inneren Schauen des Genies offenbart. Wer nicht an der Seite eines Freundes in solchen Momenten poetischen Träumen nachgehangen hat, wird dieses unsagbare Glück schwerlich nachfühlen können. In diesem Zwielicht verschwinden die Merkmale der Kunstgriffe, mit denen die Wirklichkeit vorgetäuscht werden soll, vollständig. Handelt es sich um ein Bild, so scheinen die dargestellten Personen zu sprechen und sich zu bewegen: der Schatten wird zum wirklichen Schatten, das Tageslicht zum wirklichen Licht, das Fleisch wird lebendig, die Augen blicken umher, das Blut rollt in den Adern, und die Stoffe schillern. Die Einbildungskraft hilft der Naturwahrheit jeder Einzelheit nach, und sieht nur noch die Schönheit des Werkes. Zu dieser Stunde herrscht die

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