Die Blinde vom Engelsriff
Die Blinde vom Engelsriff 1. Kapitel. Die Motorjacht des Plantagenverwalters James Billing schlängelte sich vorsichtig durch das gefährliche Fahrwasser der ausgedehnten Korallenbänke nördlich der Insel Potakiwu hindurch. Es war gegen sechs Uhr nachmittags, und der Wind frischte immer mehr auf. Wir kamen von einer Besichtigung der berühmten Perlmuschelgründe von Palmyra zurück, und ein ebenso angenehmer wie interessanter Tag lag hinter uns … Unter dem Sonnensegel auf dem Achterdeck saßen wir behaglich in bequemen Korbsesseln. Das Ehepaar Billing, der dicke Polizeimeister von Potakiwu namens Thomas Wilson (der punktierte Wilson, wie ich ihn im vorigen Band genannt habe), und wir beide, Harald und ich … Harst hatte das Fernglas im Schoße liegen und führte es hin und wieder an die Augen, um eines der winzigen Eilande zu mustern, die dort drüben jenseits der Korallenbänke wie grüne Flecken aufleuchteten … Bis er sich mit einem Male an den Hünen Billing mit der Frage wandte: »Da rechts vor uns erhebt sich ja ein Holzgerüst auf einem größeren Riff? Etwa ein Leuchtturm?« Billing erwiderte stolz: »Allerdings ein Leuchtturm, bester Harst … Wir Pflanzer von Potakiwu haben ihn auf eigene Kosten erbaut. Wenn unsere Frachtfahrzeuge nachts vom Festlande (er meinte Süd-Vorderindien) heimkehren, zeigt ihnen der riesige Karbidscheinwerfer den Weg, und sie brauchen die Korallenbänke nicht zu