Die blaue Blume
Dem Andenken des Freiherrn Joseph von Eichendorff gewidmet. Ein halb Jahrhundert schweigt nun schon dein Liedermund im Tode. Es ward seither gar andrer Ton in deutschen Landen Mode. Doch blühend übertönt dein Sang das Klimpern der Modernen, wie tiefer, frommer Glockenklang aus wunderbaren Fernen. Und, trotz des Lebens Hast und Last, im Dichter-Heiligtume blüht fort, die du gefunden hast, die stille, blaue Blume. Reich', lieber Sänger, uns die Hand, und über Staub und Sorgen führ' uns zu Gott ins Vaterland durch deinen Liedermorgen! Peter,« sprach der Vater, »es ist nun an der Zeit, daß du dich auf eigene Beine stellst. Ich und die Mutter, wir werden alt und schwach und können nicht mehr so viel Futter erjagen, um deinen immerhungrigen Schnabel zu stopfen. Die andern alle sind gut untergebracht und schaffen was Rechtes. Du allein hast dein Lebtag nicht gut getan und bist lieber im Gras gelegen und hast nach den Wolken geguckt, statt ein ehrlich Handwerk zu erlernen. Das bißchen Schnörkelschreiben und lateinische Verse machen, was sie dir auf der Klosterschule beigebracht haben, ist ja gerade gut genug, um einen Pfaffen auf seiner Pfründe zu ernähren. Ein Pfaff aber willst du nicht werden, weil du zu leichtsinnig und lotterhaft bist; nun mach dich auf und sieh zu, ob sie dir irgendwo in einer Stadt einen Schreiberposten geben um deiner guten Handschrift willen.« – – – Schimpf mir