Ankunft in Amorbach
An einem späten Augustabend des Jahres 1810 hielt vor dem Gasthof »Zum Prinzen Carl« auf dem Geißbuckel in Amorbach eine Mietkutsche, der ein junger Herr entstieg. Der Gast wäre zu dieser Zeit trotz seines nicht gerade alltäglichen Aussehens wohl kaum so freundlich empfangen worden, wenn ihm nicht eine Empfehlung durch den berühmten Musiker Abt Vogler vorausgeeilt wäre, der zwar in Darmstadt lebte, in der sonnigen Residenz des Fürsten zu Leiningen aber schon oft Gastkonzerte auf der berühmten Orgel der Abteikirche gegeben hatte. So war denn der kleine dicke Wirt selber herausgekommen, um sich nach dem Befinden des Herrn von Weber zu erkundigen und nach seinen besonderen Wünschen zu fragen. Der Angeredete bat, ihm ein einfaches Mahl zu richten, eine gute Suppe und ein paar Spiegeleier mit gedörrtem Fleisch vielleicht und einen Schoppen Wein dazu, der nicht so schwer zu sein brauche; auch dem Kutscher, der unterdessen das Pferd auszuspannen begonnen hatte, möge man vor dem Schlafengehen eine kräftige Mahlzeit bereiten; denn sie seien aus Aschaffenburg gekommen, und die sauren Weißfische, die sie im Gasthof »Zum Karpfen« verspeist hätten, wären kein rechtes Essen gewesen, obwohl man im »Karpfen« sonst sehr gut aufgehoben sei; es hätte also schon seine Richtigkeit mit dem Wort, daß man Freitags nicht reisen solle. Der Wirt ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, auf seine