Chapter

Kapitel 1: Die Freuden der Sommerzüge

Doktor Feller stand neben seiner Schwiegermutter, der Geheimrätin Bach, auf der Plattform des Berliner Anhalter Bahnhofes. – Um sie herum wogte eine treibende, hastende Menschenmenge. Und mitten in dem Schreien und Laufen gab es ab und zu einen freundlichen Rippenstoß von irgend einem aufgeregten Reisenden, – – einen heftigen Stoß von einem der »liebenswürdigen«, rücksichtslos durch die Massen jagenden Gepäckträger. – Hier und da hieß es »Vorsicht!« oder »Achtung.« Dann mußten beide schleunigst zur Seite springen, wenn sie nicht von einem dahinsausenden Gepäckwagen überfahren werden wollten. – »Zeitung gefällig? – – – – Reiselektüre?« so wandte sich ein Verkäufer an den jungen Arzt. Jedoch dieser hörte nicht darauf. Sehr bleich, mit zusammengebissenen Zähnen, stand er da, den Hut in der rechten Hand. Er schaute dem sich langsam in Bewegung setzenden Zuge nach, bereit, seine Kopfbedeckung fröhlich als Abschiedsgruß zu schwenken. Jedoch an dem Coupéfenster, das er so sehnsüchtig fixierte, wurde kein menschliches Wesen sichtbar, das ihn interessierte. Denn die alte, weißhaarige Dame, welche sich suchend hinausbeugte, ging ihn absolut nichts an. – Der Zug fuhr immer schneller und schneller und brauste schließlich zur Halle hinaus. Dann wurde er kleiner und kleiner und entschwand endlich in der Ferne. – Frau Bach und ihr jüngster Schwiegersohn blickten sich erblaßt und enttäuscht

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