Erster Teil
War der Windschutz geschlossen, so blieben die Regentropfen daran haften und Claire meinte, einen versunkenen Wagen durch düstere Tiefen unter dem Meeresspiegel dahinzusteuern. War der Windschutz offen, so schlugen ihr die Regentropfen in die Augen und machten ihre Wangen erstarren. Sie war aufgeregt und gründlich unglücklich. Es wurde ihr klar, daß diese Landstraßen in Minnesota keinerlei Respekt hatten vor den sittsamen Erfahrungen, die sie auf den Alleen von Long Island gesammelt hatte. Sie fühlte deutlich, daß sie eine Frau war und kein Fahrer. Aber der Gomez-Dep.-Zweisitzer hatte siebzig Pferdekräfte und sang surrend sein Lied. Seitdem sie Minneapolis verlassen hatte, war ihr niemand vorgefahren. Dort hinten wollte ihr ein Schwerfuhrwerk den Weg versperren; da war sie einen Graben hinuntergesaust, eine Böschung hinaufgeklettert, war wieder auf die Straße zurückgekommen – und von einem Fuhrwerk war nichts mehr zu sehen. Jetzt erstreckte sich vor ihr eine Aussicht, herrlicher als die schönste Berglandschaft hinter Gärten am Meer: ein Stück gute Straße. Dem Fahrgast, ihrem Vater, rief Claire frohlockend zu: »Himmlisch! Es ist aufgeschottert Jetzt können wir Zeit gewinnen. Wir rattern bis zur nächsten Stadt weiter und trocknen uns dort.« »Ja. Aber kümmre dich nicht um mich. Es geht ohnehin sehr gut«, seufzte der Vater. Im selben Augenblick – von jähem Schreck ergriffen – sah