1. Kapitel Der Kundschafter von Fort Wallace
Die drückende Hitze eines Frühherbstnachmittags, windstill und sonnenklar, lastete über der weiten Prärie, über den grünen Buschund Bauminseln, die sich vom Grasmeer der Savanne abhoben wie freundliche Oasen in der Sandeinöde einer Wüste, und flimmerte über dem kahlen Boden eines steinigen Tals, das sich als Regenrinne, unfruchtbar und mit lehmigen Rändern, zu einem Bach hin öffnete, um dessen Ufer saftige kleine Grasflächen von der Feuchtigkeit hervorgezaubert worden waren. Auf dieser Bachwiese am nördlichen Ufer weidete hier ein gesatteltes Pferd. Wenn es sich lebhafter bewegte, schlugen die tief geschnallten Steigbügel klirrend zusammen. Das waren, außer dem Geräusch der kauenden Pferdekiefer, die einzigen Laute, die das Schweigen dieser Nachmittagsstunde hier unterbrachen. Das gesattelte Tier, ein Fuchs von etwas plumpen Gliederbau, ließ an verschiedenen Merkmalen des Zaumzeugs und des Sattels erkennen, dass es sich fraglos um ein Kavalleriepferd handelte. Es gehörte wohl einem der Soldaten aus dem etwa zwanzig Meilen nördlich gelegenen Fort Wallace, dem damals am weitesten nach Westen zu vorgeschobenen Grenzfort, dessen 120 Mann starke Besatzung die Aufgabe hatte, die Ansiedlungen zwischen Smoky Fluß und Arkansas gegen die Überfälle der Rothäute zu schützen. Jenseits des Baches erschien jetzt im Gestrüpp der mit Adlerfedern geschmückte Kopf eines Indianers. Lautlos