Chapter

Die sechs Vaqueros

In einer dunklen, windigen Sommernacht lagerten in einer hügeligen Prärie dicht am Nordufer eines kleinen Baches, der in den nahen Rio Grande del Norte, den heutigen Grenzfluß zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten von Nordamerika, einige Meilen — weiter westlich mündete, fünf Männer, die sämtlich die farbenprächtigen und phantastischen Anzüge der Vaqueros, der mexikanischen Rinderhirten, trugen. Sie lagen auf dem Bauche um ein kleines Feuer herum, über dem ein großer Blechkessel stand, dessen dampfender Inhalt würzig nach Tee duftete. Neben den fünf sehnigen, sonngebräunten Männern lehnten an starken Zweigen des Buschwerks, das diesen Platz umgab, ihre kurzen Büchsen. Im Hintergrunde der Lichtung aber weideten sechs Pferde, denen die Vorderfüße gefesselt waren, so daß sie sich nur langsam bewegen konnten. »ES hat wirklich keinen Zweck, den verdammten Rothäuten noch länger nachzuspüren, die unserem Herrn die hundert Rinder fortgetrieben haben,« jagte der älteste der Männer, ein sehr großer, hagerer Mexikaner, indem er seinen Blechbecher aus dem Kessel füllte und von einer vorhin gebratenen Rehkeule e in Stück herunterschnitt. »Drei Tage suchen wir nun schon umsonst diese Gegend ab, Der letzte Regen hat alle Spuren ausgetilgt. Die Apachen — denn fraglos waren es wieder diese diebischen Schufte — sind langst über den Rio Grande hinüber. Morgen früh kehren wir um. Sennor

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