1. Kapitel. Robb und Jobb und Minni und Finni
Die weiten Prärien zu beiden Seiten des Pecos-Flusses, der die Westgrenze der berüchtigten nordamerikanischen Hochlandwüste, der Llano Estacado, bildet, sind von zahlreichen ausgetrockneten Flusstälern durchschnitten, die zumeist von Westen oder Osten zum Rio Pecos verlaufen und nur im Frühjahr und Herbst für kurze Zeit wieder zu wirklichen fließenden Gewässern werden. Einem dieser Täler, deren Ränder zumeist mit Büschen und einzelnen Baumgruppen bedeckt sind und deren Boden aus gelbbraunem harten Lehm in der trockenen Jahreszeit besteht, näherten sich an einem heißen Sommertag zwei Reiter, denen man schon von Weitem die Westläufer ansah. Das Paar hätte auf jeden, der mit den Verhältnissen im Wilden Westen nicht vertraut war, einen geradezu lächerlichen Eindruck gemacht. Beide waren recht klein von Gestalt, trugen arg durch Witterungseinflüsse verfärbte Tuchröcke mit sehr langen Schößen, dazu enge Lederhosen und indianische Mokassins (Schuhe ohne Absätze). Jeder hatte über den in allen Farben schillernden Tuchrock einen breiten Ledergurt geschnallt, der außer Jagdmesser, Tomahawk und Kugelbeutel noch je eine doppelläufige Perkussionspistole (Vorderlader mit Zündhütchen) enthielt. Ihre Büchsen, ebenfalls doppelläufig, verdienten scheinbar die Bezeichnung »Waffe« längst nicht mehr, waren verrostet und mit Eisendraht und Blechstücken an Lauf und Kolben vielfach geflickt. Ihre