Chapter

Die beiden Hauptleute begegnen sich

Ein milder Abend stieg aus den Seefluthen an dem Gestade von Malaga herauf, die Guitarren vieler heitern Sänger in den Hafenschiffen sowohl, als in den städtischen Häusern und zierlichen Gartenwohnungen erweckend. Wetteifernd mit den Stimmen der Vögel, begrüßte jenes melodische Geschwirre die erquickende Kühle, und schwebte, zugleich mit dem frischen Nebelgedüft aus Wasser und Wiesen, über der paradiesischen Gegend. Einige Haufen Fußvolk, die am Strande lagen, und dort, um mit dem frühesten Morgen zum Einschiffen fertig zu sein, die Nacht verbringen wollten, vergaßen vor den Reizen der anmuthigen Abendzeit, daß sie diese letzten Stunden auf europischem Boden noch recht behaglich dem sichern Schlafe hinzugeben gemeint hatten; sie fingen an, Soldatenlieder zu singen, einander die mit feurigem Xeresweine gefüllten Feldflaschen zuzutrinken, und den großmächtigen Kaiser Karl den Fünften leben zu lassen, welcher jetzt eben belagernd vor dem Seeräuberneste Tunis lag, und dem sie zur Unterstützung nachzuschiffen bestimmt waren. — Das vergnügte Kriegsvolk war nicht allzumal eines Stammes. Nur zwei Fähnlein desselben bestanden aus Spaniern, das dritte bildeten lauter deutsche Landsknechte, und es hatte wohl hin und her unter den verschiedenen Kampfgenossen wegen Verschiedenheit der Sitten und Sprache Neckereien gesetzt. Nun aber zog die Gemeinschaft der nahen Seereise und rühmlichen

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