Die Bajadere Mola Pur
1. Kapitel. Das gestörte Fest. Das Auftreten der berühmten Bajadere Mola Pur mit ihrer Tänzerinnenschar war zweifellos der Glanzpunkt des Festes, das der Radscha Gharo Mir Tossar von Kotarani aus Anlaß seiner Begnadigung wegen fahrlässiger Tötung seinen Freunden und Bekannten gab. Der Riesensaal im Erdgeschoß der alten Radschaburg, eigentlich eine Säulenhalle von ungeheuren Abmessungen, war durch eine verschwenderische Fülle von elektrischen Lampen aller Art in strahlende Helle getaucht. Den Saal füllten etwa 4000 Personen. Alle Stände, alle Berufe des kleinen Fürstentums waren vertreten bis hinab zum Elefantenwäscher. An der einen Schmalseite war eine Bühne erbaut, auf der die von Mola Pur eigens für dieses Fest vorbereitete Pantomime zur Aufführung gelangen sollte. Wir, Harald Harst, Lord Erverlyn, der Reporter Stuart Tompkinson und ich waren dem Radscha bereits vor zwei Tagen durch dessen Leibarzt Doktor Ismail Chotan vorgestellt worden. Der Radscha war eine schlanke, sympathische Erscheinung. Er trug den rotblonden Bart spitz geschnitten und kehrte in allem den aufgeklärten Geist hervor. Mit Harst hatte er sich hauptsächlich bei der Audienz unterhalten. Wir wurden am selben Tage auch noch zur Abendtafel geladen. Auch bei Tisch saß Harald rechts neben dem Radscha. Links von diesem hatte die Fürstin, die Rhani Dschawira, ihren Platz. Ich saß den dreien gegenüber. Die Fürstin