Chapter

Die Augen der Jolante.

Der D-Zug, der nachmittag 3 Uhr in Saßnitz Anschluß an den Trajektdampfer nach Trelleborg in Schweden hat, war am 21. Mai schon von Berlin an recht leer. Der Bäderverkehr nach Rügen hatte noch nicht eingesetzt, obwohl das Wetter seit März an eigentlich stets gleichbleibend heiter und warm gewesen war. Uns konnte der wenig besetzte Zug nur angenehm sein. Wir hatten in einem Raucherabteil 2ter Fensterplätze, waren allein und blieben es dann auch bis Saßnitz hin. Wir hatten es uns recht bequem gemacht, bequemer als es gewöhnliche Sterbliche zu tun pflegen. Aber wir waren ja auch keine Durchschnittsreisenden nein, wir fuhren gen Rügen als Vertreter der weltberühmten Seifenund Parfümeriefabrik Habicht u. Sohn, München. Unsere Musterkoffer standen im Gepäckwagen und als Geschäftsreisende einer so wohlriechenden Firma dufteten wir und unsere Kupeekoffer, Handtaschen und so weiter auf zehn Meter nach allen Wohlgerüchen Arabiens. »Das gehört zum »Kostüm«,« hatte Harst gesagt, als er sich und seine Sachen mit Parfüm tränkte. Bis Stralsund war mein Kollege Hugo Himpel sehr schweigsam und studierte ein Buch über Segelsport mit einem Eifer, als müßte er demnächst sein Schifferexamen ablegen. Ich las inzwischen die Morgenzeitungen. Erst als wir Stralsund hinter uns hatten und mit der Dampffähre nach Rügen übergesetzt worden waren, nahm Harst die Beine von den Polstern, stand auf, reckte sich

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