Chapter

Kapitel 1

Im Jänner, am Tage, an dem der Bauernregel nach die erste Regung des Lebens in den erstarrten Bäumen erwachen soll, wurde die Kleine geboren. Ihre Eltern hatten schon drei Söhne, Leopold, Josef und Franz. Drei Riesen. Der älteste, der große Junge mit den reichen, braunen Haaren, den dunklen Augen, den schönen regelmäßigen Zügen, glich dem Vater. Der zweite, mit dem lichtbraunen Gelock und den blaugrauen Augen, hatte kein Vorbild in der Familie, entwickelte sich auf seine eigene Art zu einem kühnen, prächtigen 8 Menschenexemplar. Der dritte sah der Mutter ähnlich, hatte ein sanftes Gesicht und war hellblond.»Wenn wir noch einen kriegen,«sagte Herr von Kosel,»und wenn es so weiter geht in der Schattierung, kommt er mit weißen Haaren zur Welt.«Er hätte sich übrigens wenig daraus gemacht, wenn einer mit feuerroter Perücke erschienen wäre. Die Angelegenheiten anderer, auch die seiner Kinder, berührten ihn nicht tief; alle lebhaften Interessen, deren er fähig war, konzentrierten sich auf sein eigenes und auf sein zweites Ich, seine Frau. Die hatte schon ihren dritten Jungen ohne besonderes Entzücken begrüßt. Sie wünschte sich ein Mädchen, ein Kind wenigstens, von dem sie mehr gehabt hätte als nur das Glück, ihm das Dasein zu schenken und es zu betreuen, bis es laufen konnte. Einmal so weit gebracht, waren die Buben ihr auch schon entwachsen und:»Von da an,«meinte sie,»ist die

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