Der Feldrutsch
1. Kapitel. Der Feldrutsch. Die Ozeanflüge der beiden Amerikaner Lindbergh und Chamberlin hatten, da den kühnen, erfolgreichen Piloten von Filmgesellschaften und Varietédirektoren geradezu Unsummen geboten worden waren, auch für uns Arbeit gebracht — unsere Arbeit: die Aufdeckung eines verbrecherischen, betrügerischen Unternehmens von einer Eigenart, wie dies in der Geschichte der Kriminalfälle einzig dastehen dürfte. Ich möchte hier gleich betonen, daß dieser raffinierte Schwindel, der sich in den Tagen des großen Chamberlin-Rummels abspielte, von den beteiligten Stellen bisher totgeschwiegen worden ist. Was die deutsche und die ausländische Presse darüber gebracht hat, wurde kaum beachtet. Und doch steckte in der Tat eine Riesengaunerei, ein fast geistreich zu nennender Bluff dahinter. Der Leser wird mir recht geben, wenn er diese anspruchslose Schilderung gelesen hat: geistreicher Bluff, der nur möglich war, weil … Doch nein, ich will nicht vorgreifen. Harst und ich waren am 2. Juni aus Indien zurückgekehrt. Mein Freund Harald hatte sich in Bombay einen ganz leichten Choleraanfall geholt, der ihm auch noch daheim zu schaffen machte. Die Folgeerscheinungen: Mattigkeit, Niedergeschlagenheit, Darmstörungen und Schwächeanfälle mit Schweißausbrüchen wollten nicht weichen. So lag er denn auch am 4. Juni vormittags in Decken gehüllt auf unserer Veranda und starrte in den trüben