Chapter

Das Erwachen

Das erste, was Marie wahrnahm, war das Licht. Es war zu weiß, zu gleichmäßig, zu unbarmherzig. Dann kamen die Geräusche — das rhythmische Piepen eines Monitors, das Rascheln von Stoff, eine Stimme, die ihren Namen sprach, als sei er eine Frage. Sie öffnete die Augen und sah ein Gesicht, das sie kannte und zugleich nicht kannte, ein Gesicht, das sie mit einer Mischung aus Erleichterung und Furcht anblickte. Der Mann sagte, er sei ihr Ehemann. Er hieß Stefan, und er hielt ihre Hand, als fürchte er, sie könne wieder verschwinden. Marie betrachtete seine Finger, die sich um ihre schlossen, und versuchte, etwas zu fühlen — Vertrautheit, Wärme, irgendetwas. Da war nichts. Nur eine immense Leere und die beunruhigende Gewissheit, dass die Frau, die dieser Mann liebte, nicht mehr dieselbe war, die nun in diesem Bett lag. Die Ärzte sprachen von retrograder Amnesie, von Nervenschäden, von Rehabilitation. Sie sprachen in einem Tonfall, der Hoffnung vermitteln sollte, aber Marie hörte die Lücken zwischen ihren Worten, die Dinge, die sie nicht sagten. Drei Monate ihres Lebens waren verschwunden, und mit ihnen etwas, das sich anfühlte wie der Schlüssel zu einem Raum, den sie dringend betreten musste.

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