Chapter

Erstes Kapitel

Die ausgedehnte Berggruppe, welche mit dem Namen »Karwendelgebirg« bezeichnet wird, gehört zu den wildesten Partien der nördlichen Kalkalpen und umfaßt vier mächtige, durch kurze Querriegel verbundene Parallelketten, von denen die südlichste an der linken Seite des Innthales zwischen Zirl und Hall aufragt, während die nördlichste, der eigentliche Karwendel, zugleich Landesgrenze zwischen Bayern und Tirol, im Thale der wildromantischen Riß ihren Abschluß findet. Dazwischen liegen die Hinterauthaler- und Gleirschthalerketten. Sie umfassen das Quellgebiet der Isar, deren Ursprung im obersten Winkel des Hinterauthales liegt. Die Felsspitzen und scharfen Grate dieses Gebirges zeichnen sich durch wilde, zum Teil phantastische Formen aus, deren Kühnheit den berühmten Gipfeln der sogenannten Dolomiten kaum nachsteht. Innerhalb dieses weiten Berggebietes giebt es, wenn man von den am Außenrande befindlichen Wohnorten absieht, keine ständigen Wohnsitze und nur während der Sommermonate sind die einsamen Thäler durch Sennen, Hirten und Jäger einigermaßen belebt; desto ausgedehnter sind die Felswüsten und Schuttkarre. Dieses wilde Gebirge birgt aber einen ausgedehnten Wildstand und enthält ausgedehnte Jagdgebiete und Waldgehege, besonders gegen das Thal der Riß zu, woselbst der Herzog von Koburg Jagdherr ist. Um Jagd, Jäger, Wildschützen, Forst und Holzgewinnung dreht sich da, wie überhaupt

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