1. Kapitel.
Es war einige Tage später, da erzitterte die Ebene, die sich nördlich von Santa Katharina ausbreitete, unter dem Hufschlag galoppierender Pferde. Eine Anzahl von dreihundert Reitern sprengte im Galopp über die freie, von kurzem, dünnem Gras bewachsene Prärie. Sie waren verschieden gekleidet und verschieden bewaffnet, schienen aber eine zusammengehörige Truppe zu bilden. An der Spitze ritten drei Männer, zwei ältere und ein jüngerer. In dem älteren erkennen wir Pablo Cortejo, der jüngere war Josefa, seine Tochter, in Männertracht gekleidet und auch nach Männerart im Sattel sitzend. Es schien ihr dies nicht leicht zu werden, wie man aus ihrer unsicheren Haltung ersah. Der dritte war nicht ganz so alt wie Cortejo, hatte aber ebensoviel Erfahrung wie dieser. Sein Gesicht war nicht nur kein Zutrauen erweckendes, sondern geradezu ein häßliches und abschreckendes. Er war bewaffnet bis an den Hals und hatte ganz das Aussehen eines Mannes, mit dem nicht ungestraft verkehrt werden kann. Gerade jetzt schien sein Gesicht einen noch finstereren Ausdruck zu besitzen als gewöhnlich. Seine stechenden Augen musterten den Horizont und kehrten immer wieder mit einem unbefriedigten Blick auf die nächste Umgebung zurück. Endlich stieß er einen lauten, gotteslästerlichen Fluch aus und fügte hinzu: »Wann hat endlich dieser verdammte Ritt ein Ende, Señor Cortejo?« – »Geduldet Euch nur noch kurze