Vorrede
In Gersdorf’s Repertorium. 1838. 18. Bd. 1. S. p. 11. ist die Recension von einem Buche des Pfarrers Zorn: „Auswahl von Predigten etc.“ in welcher der Recensent den Verfasser deßhalb tadelt, daß er seinem Werke keine Vorrede vorgesetzt habe, und folgende Gründe seines Tadels angiebt: „Kein wahrhaft gebildeter Leser überschlägt eine Vorrede und kann sie missen, wenn sie anders ist, was sie sein soll; vielmehr thut es ihm wohl, wenn der Verf. im Geiste zu ihm tritt, ihm das Wort gönnt und mittheilt, wie er die Frucht seines Geistes angesehen wissen will, und so vermittelt, daß der Leser nicht als Fremdling ihm gegenüber steht.“ Denkt nun ein Recensent wie der andere, so müßte ich von meinem künftigen ebenfalls nichts anders als Tadel erwarten, wenn ich dieses Büchlein ohne Vorrede lassen wollte. Daher thue ich lieber ein Uebriges und schreibe dieses als Vorrede zur Vorrede. Vielleicht erwerbe ich mir auch dadurch sogar noch die Gunst meines künftigen Herrn Recensenten! Dieses Büchlein enthält Schimpfwörter, oder Wörter, durch deren Gebrauch gegen einen Andern man der Ehre desselben zu nahe tritt, so daß sich derselbe nicht blos beleidigt, sondern auch, da man seine Fehler, Gebrechen und Schande damit bezeichnet und er dadurch der Verachtung Preis gegeben wird, schwer gekränkt fühlen muß. Die Stichelwörter, Spitzwörter, Spottnamen, Scheltwörter, Schmähwörter gehören insgesammt