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Vorrede

Seit die Brüder Grimm vor vierzig Jahren in ihren Kinder- und Hausmärchen[1] das unergründlich reiche Wesen des deutschen Volksmärchens uns wieder erschloßen und den schlichten, reinen Ton, in welchem diese epischen Nachklänge einer längst vergangenen Zeit erzählt sein wollen, in musterhafter Weise getroffen, seitdem hat sich die Liebe der Jungen und Alten von Jahr zu Jahr diesen Ueberlieferungen mehr zugewandt. Fast überall hat man nach solchen einfältigen Erzählungen gelauscht und eine nicht unbedeutende Zahl derselben dem Untergange entzogen. Indes bilden die eigentlichen Märchen immer nur eine verhältnismäßig kleine Beigabe zu den weit reicheren Sagensammlungen. Eine besondere Märchensammlung aus einer bestimmten Gegend Deutschlands besitzen wir außer der Grimm’schen Sammlung nicht; diese aber erstreckt sich, obgleich sie auch aus Süddeutschland einzelne Beiträge enthält, doch wesentlich auf Mittel- und Norddeutschland, speciell auf Heßen; und selbst die späteren Nachlesen deutscher Volksmärchen gehören fast ausschließlich den nord- und mitteldeutschen Gebieten an[2]. Nur im äußersten Norden, bei einem nahverwandten Stamme, der einst mit uns denselben Götterhimmel theilte, ist eine besondere Sammlung erschienen, die, unmittelbar aus frischer Ueberlieferung geschöpft, sich der der Brüder Grimm würdig an die Seite stellt: ich meine die norwegischen Volksmärchen von Asbjörnsen

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