Chapter

Aus dem Begleitwort des Michael Georg Conrad

Wahn, Wahn, überall Wahn (Richard Wagners Hans Sachs) Wahn, Wahn, überall Wahn (Richard Wagners Hans Sachs) Wenn mein Sohn in die Jahre gekommen, will ich ihm dies Buch in die Hand geben und zu ihm sagen: Werde ein Mann, nimm und lies, denn hier ist Ehrlichkeit! Beschaue dir diese Welt, überdenke sie! Aus diesem Gedränge von Irrtümern soll die Wahrheit freie Bahn finden. Aus dieser Saat von Tollheiten soll reine Erkenntnis sprießen. Aus dieser Versammlung von Narren und Schurken, von Fratzenwesen und eingebildeten Halbgöttern, von Feiglingen und Helden soll eine geläuterte Menschheit wachsen. Aus diesem Erbe, bunt wie eine Trödelbude, sollst du dein Los ziehen. Aus diesem Tohuwabohu soll deine Seele nach eigenem Kontrapunkt Akkorde und Harmonien setzen. Aus diesem Chaos sollst du dir eine Welt zaubern, geordnet und schön, wert, deine Heimat zu sein und deines Geistes bleibende Statt. Aus dieser blutigen Verquickung von jahrtausendaltem kirchlichem Zwang soll deines Vaterlandes Freiheit erblühen. Werde ein starker Mann, mein Sohn, der keine Furcht kennt. Du weißt aus Natur- und Geschichtsforschung, und dein schlichtes Gefühl bezeugt dir's, woher wir Menschen stammen, wie in der Not und Trübsal des Entwicklungskampfes die Wissenschaften entstanden und die Künste und die Religionen, wie diese dann miteinander rangen, sich gegenseitig würgten und überholten in allerlei

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