Vorwort
Unserer Zeit scheint es beschieden, den letzten Schleierrest, der das Antlitz unserer alten Mutter Erde verhüllt, hinwegzuziehen. Nachdem wir über Afrika schon so viel gehört haben, nachdem uns Mittel- und Ostasien durch Schienenstränge so nahe gerückt wurden, nachdem Grönlands Binnengebiet bekannt geworden und der Nordpol nach einem lächerlichen Possenspiel endgültig erobert ist, nachdem verschiedene Kulturvölker in edlem Wetteifer sich anschicken, die letzten weißen Kartenflecke um den Südpol zu beleben, und Zeppelins Riesenvogel die arktischen Meere überkreisen will, bleiben nur noch verhältnismäßig kleine Züge im Erdenkonterfei zu retuschieren. Fast möchte man sagen: Schade darum! Denn es liegt ein wunderbarer Reiz für die Angehörigen eines Volkes im ersten Vorwärtsschreiten in fremden Landen, wo die Natur den Pionier mit neuen Augen anschaut und ihm eine unbekannte Ausgabe des » homo sapiens« mit eigentümlichen Eigenschaften und Gebräuchen schwer zu lösende Rätsel aufgibt. Keine bessere Schule kann es geben für echten Mannesmut und kluge Umsicht. Und auch die Heimgebliebenen ziehen ihren Nutzen aus diesen Forschungen. Denn die meisten Erkunder neuer Gebiete berichteten selbst stolz von dem Erlebten oder hatten doch einen federfrohen Erzähler in ihrer Umgebung, so daß sich eine fast unübersehbare Reise- und Entdeckerliteratur ausdehnt, von Pytheas aus Massilia und Herodot