Der von Kürenberg
um 1100–1140 Leid bringt traurige, Liebe fröhliche Stunde; Eines hübschen Ritters gewann ich Kunde. Seit den mir genommen der Merker Neid, Blieb fern meinem Herzen die Fröhlichkeit. Der Abendstern, der holde, hält sich versteckt, So tu du, schöne Frau, wenn dein Aug mich entdeckt. Laß deine Blicke auf einen andern gehn: Weiß niemand, wie zwischen uns es mag stehn. Ich stand am Fenstergitter Nachts auf der Zinne lang. Da hört ich, wie ein Ritter Mit süßem Klang In Kürenbergers Weise Ein Liedlein sang: Der muß das Land mir räumen. Oder mir im Arme träumen!